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Besuch im kulturellen Mittelpunkt Eutin

| Reisen und Ausflüge

Eutin ist eine Kulturstadt, der sich eine interessierte Gruppe der Europa-Union Rendsburg-Eckernförde bei einer Exkursion am Donnerstag, dem 23. Oktober 2025 gewidmet hat. Im Mittelpunkt standen der Besuch des Eutiner Schlosses und eine Ausstellung des Malers Max Pechstein im Ostholstein-Museum.

Das Schloss Eutin zeigte sich nach einer durchgehenden Restaurierung im neuen Gewand. Eine kundige Führung erläuterte die Geschichte der mittlerweile 870 Jahre seit Bestehen. Es war die Residenz eines bemerkenswerten deutschen Reichsterritoriums, des Fürstbistums Lübeck. Der Lübecker Bischof konnte nicht in der Hansestadt selbst einen Sitz nehmen, so entstand in der unmittelbaren Nachbarschaft ein Territorium mit einem geistlichen Flickenteppich in Ostholstein und einem in Personalunion verbundenen weltlichen Herzogtum Oldenburg. Beide Gebietsteile wurden erst 1803 ein weltliches Fürstentum.

Aus Eutin heraus und dynastisch um Eutin herum entstanden Verbindungen durch ganz Europa. Markant waren die Heiratsnetzwerke bis in die nordischen Staaten hinein und nach Russland. Schon als Kinder begegneten sich Karl Peter Ulrich von Schleswig-Holstein-Gottorf und Prinzessin Sophie Auguste von Anhalt-Zerbst, später Zar Peter III. und Kaiserin Katharina II., im Schlossgarten Eutin. Die Schlossführerin, gebürtig aus Estland, zeigte die Ehefrau von Zar Peter III. als dynamische und zielstrebige Ehefrau. Nach dem Tod ihres Gatten stieg sie zur Zarin auf und wirkte mit ihrer Politik auch in die Schleswig- Holsteinische Territorien hinein.

Die Gruppe wurde durch prachtvolle Zimmer geführt, mit denen sich das kleine Herzogtum auch Gästen bedeutenderer Länder darstellen wollte. Ein für einen Besuch des preußischen Königs Friedrich II. eingerichtetes Zimmer blieb unbenutzt, denn der preußische König kam nicht. Die europaweiten Verflechtungen wurden sinnbildlich eingefangen durch ein Foto der Besuchergruppe im Europa-Zimmer. Namensgebend ist das Deckengemälde, welches das Motiv der Entführung der Europa aus Zypern dargestellt.

Nach einem Mittagessen im ebenfalls restaurierten Schlossrestaurant in angenehmer Atmosphäre ging die Gruppe der Europa-Union ins Ostholstein-Museum hinüber zur Gemäldeausstellung „Max Pechstein an der Ostsee“. Der Nahe Zwickau geborene Künstler hatte zunächst die Kunstgewerbeschule besucht, dann wechselte er zur Dresdner Kunstakademie. Auf Anregung von Erich Heckel trat er in die Künstlergemeinschaft „Die Brücke“ ein. Bis zu seinem Austritt wirkte er bis 1912 mit gleichgesinnten Künstlern. Aufgrund von Animositäten löste sich „Die Brücke“ bald danach auf.

Pechstein war seit seinem ersten Besuch in Nidden an der Ostsee vom Meer fasziniert. Er widmete sich den Fischern und ihrer harten Arbeit. Immer wieder suchte er ihre Nähe. Im Gasthof Bode diskutierte man aktuelle künstlerische Themen. Eine Rolle spielten dabei auch Künstler der Akademie in Königsberg, die in jener Zeit bedeutsam war. Als Nidden wegen der neuen politischen Ordnung nach dem ersten Weltkrieg nicht mehr so leicht zugängig war, wandte sich Pechstein dem pommerschen Leba zu. Die geschlossene Nehrungsbildung und entstandene See- und Flusslandschaft erinnerte ihn an Nidden. Bilder aus Fehmarn und Kiel belegen, dass er immer wieder an der Ostsee unterwegs war. Pechsteins Werk galt in der NS-Zeit als entartet, und er konnte nicht mehr ausstellen. Bilder aus dieser Zeit zeichnen sich durch eine veränderte Malweise und Farbpalette aus. Die expressive Farbigkeit ist verschwunden, taucht aber in späteren Werken wieder auf. Pechstein starb 1955 in Berlin.

Große Freude lösten beide Führungen aus, weil die Begeisterung der Vortragenden die Zuhörer mitriss. Eutin hat noch so viel mehr zu bieten und ist einen weiteren Besuch wert.

Reise zum Sängerfest nach Tallinn

| Reisen und Ausflüge

Die Gemeinde Altenholz unterhält seit langer Zeit schon eine Partnerschaft mit der estnischen Gemeinde Lääne-Harju (Verwaltungssitz: Paldiski). Anlässlich des alljährlichen Sängerfestes Estlands in Tallinn führte das Städtepartnerschaftskommittee Altenholz eine Reise durch (03.-08.07.2025), um die Bande zwischen beiden Orten zu festigen. Zur Reisegruppe gehörten neben Mitgliedern des Kommittees auch Teile der Gemeindeverwaltung, eine Gruppe des Schulchors des Gymnasiums Altenholz und Teilnehmer der KOMPASS-Gemeinde (Kantorei Stift). Aus Tallinn berichtet unser Kreisschatzmeister Rainer Wiechert.

Schon bei der Landung in Tallinn wurde die Gruppe von dem bevorstehenden Ereignis begrüßt: Das Sängerfest war allgegenwärtig. Aber auch die Begrüßung durch die estnischen Partner hätte nicht schöner ausfallen können. So wurde die Reise schon zu Beginn ein unvergessliches Erlebnis. Die Gruppe teile sich allerdings auf, da der Schulchor sich gemeinsam mit dem Partnerchor in der Schule einquartierte. Alle anderen kamen in einer Holzhütten-Ferienanlage unter und ließen den ersten Abend mit einer stimmungsvollen Party ausklingen. Nur das Wetter in der Nacht hätte besser sein können.

 Die nächsten Tagen standen dann voll und ganz im Zeichen der Musik und des Gesanges. Proben, Durchläufe, Korrekturen und mehr Proben waren für die Sänger und Sängerinnen die zentrale Beschäftigung, aber auch die Bevölkerung hatte Teil am Volksfest und begleitete die Parade der Chöre durch die Stadt mit lauten Jubelrufen. Die Eröffnung des Festivals durch eine Rede des estnischen Präsidenten und das entzünden einer Feuerschale wie bei den olympischen Spielen sorgten ebenfalls für Jubel und Begeisterung unter Chören und Publikum.

DIe Musik selbst war breit gefächert. Einige Chöre bzw. Dirigenten versuchten auch moderne Impulse in die Interpretationen zu geben, aber auch traditionelle Gesänge kamen nicht zu kurz und hatten einen eigenen Programmpunkt erhalten. Traditionellen Punkte einer Reise, etwa das Sightseeing der estnischen Hauptstadt Tallinn, wurde der Gruppe auch zugestanden, wenn auch der Fokus auf dem Sängerfest lag.

Die Stadtführung war vor allem Teil des vorletzten und letzten Reisetags, wenn auch nicht alles ohne Probleme verlief (teilweise unfertige Zimmer im Hotel, technische Missverständnisse zwischen estnischer Technologie und dem Stand der deutschen Digitalisierung). Schlussendlich stand aber die sichere Heimkehr und die Erinnerung an einen grandiosen Aufenthalt in einem wunderschönen Land.

Ciao bella Milano!

| Reisen und Ausflüge

Norditalien stand im Mittelpunkt einer Flugreise der Europa-Union Rendsburg-Eckernförde e.V. vom 20. bis 27. Mai 2025. Viele Mitglieder und Freunde der Europa-Union samelten sich für den Abflug in Hamburg-Fuhlsbüttel. Das Ziel: Mailand und Umgebung. Die Region mit ihren malerischen Seen ist ein Zentrum der Bezüge zu Europa. Die Entstehung des modernen Geld- und Kreditwesens, herausragende Kommunen und Universitäten sind hier ebenso zu Hause wie zahlreiche Zeugnisse des Humanismus und der Renaissance.

Der Reiseleiter aus Paderborn, auf eigenen Wunsch einfach Frederico genannt, war vom Fach und konnte durch seine Studien der katholischen Theologie und der Kunstgeschichte viele Einzelheiten berichten. Das wurde bereits vereinzelt beim Kennenlern-Abendessen im Ristorante "Il gatto e la volpe" ("Die Katze und der Fuchs") deutlich. Die Stadterkundung am nächsten Tag sorgte dann für eine weitere Einstimmung auf Land und Kultur. Die Tour wurde zunächst per Bus, ab dem Castello Sforzesco dann zu Fuß durchgeführt. Der Bau dieses Schlosses beginnt mit Galeazzo II. Visconti im 14. Jahrhundert. Die Visconti führen ihre Abstammung auf die Langobarden zurück, einen Volksstamm dem nachgesagt wird, aus dem Bereich der Unterelbe zu stammen, und der für die Völkerwandungszeit eine entscheidende Rolle spielt.

italy 5055263 1280Castello Sforzesco, Mailand

Nach einigen einzelnen Streifzügen durch die Stadt war das nächste Ziel dann der berühmte Mailänder Dom. Das eigentlich im gotischen Stil begonnene Bauwerk zeigt durch seine lange Bauzeit von mehreren Jahrhunderten Elemente verschiedener Stile. Initiiert wurde der Bau 1386 durch den Stadtherrn Gian Galeazzo Visconti, den Sohn des oben genannten Familienvertreters. Der Vierungsturm konnte erst 1500 nach Problemen mit der Statik errichtet werden, die Fassade wurde schließlich 1813 im Auftrag Napoleons vollendet. Ähnlich lange dauerte es im Innenraum, wo der Fußboden in der heutigen Form 1585 begonnen und erst im 20. Jahrhundert vollendet wurde. Den Abschluss der Besichtigung bildete eine Fahrstuhlfahrt auf das Dach des Doms, um den Ausblick über die Mailänder Innenstadt zu genießen.

duomo 6808817 1280Mailänder Dom gruppe mailand domGruppenfoto auf dem Dach des Doms in Bergamo

 Am Folgetag, Donnerstag, den 22. Mai, verlie die Reisegruppe Mailand für einen Besuch im nahen Bergamo (ca. 60 Kilometer entfernt). Das Wetter spielte leider nicht mit und die Gruppe betrat bei strömendem Regen den dortigen Dom. Diese eindrucksvolle Kathedrale wurde auf vorromanischen Grundmauern errichtet, Mitte des 15. Jahrhunderts begonnen und 1693 abgeschlossen. Elf jahre später wurde der Mai neu geweiht durch die Überführung der zwischenzeitlich ausgelagerten Gebeine des Heiligen Alexander von Bergamo. Am Nachmittag zog es die Gruppe zurück in das fast direkt an Mailand angrenzende Monza, das zwar eher für Autorennen bekannt ist, aber ebenfalls einen beeindruckenden Dom zu besichtigen hat. Auch dieser geht, zumindest bezüglich des Umbaus, auf die Visconti zurück. Den Ursprung bildet allerdings eine im frühen 7. Jahrhundert erbaute Basilika, was den Dom zu einer der ältesten Kirchen in der Lombardei macht.

Der Freitag stand ganz im Zeichen des ÖPNV von Mailand, um einen Ausflug in die Pinacoteca Ambrosiana, ein nach Ambrosius von Mailand benanntes Kunstmuseum. Die Sammlung bietet in 24 Sälen Kunst aus dem 14. bis zum 20. Jahrhundert, darunter Werke der großen Künster der Renaissance und des Barock (Raffael, da Vinci, Michelangelo, Caravaggio und mehr). Am Nachmittag lauschten die Teilnehmer der Reise einer Probe an der Mailänder Scala, einem der bedeutendsten Opernhäser der Welt. Dieses wurde nach einem Brand im 18. Jahrhundert durch die österreichische regierende Erzherzogin Maria Theresia neu errichtet, der Wiederaufbau nach Zerstörungen im 2. Weltkrieg wurde in Rekordzeit abgeschlossen. Die Wiedereröffnung wurde bereits im Mai 1946 gefeiert.

teatro alla scala 3620153 640Teatro alla scala, Mailand

Der Samstagvormittag war zur freien Verfügung gestellt worden, einzelne Gruppen besuchten unter anderem das Nationalmuseum Leonardo da Vinci, in dem neben einem separaten Bereich für den Namensgeber auch die Technikgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts ausgestellt wird. Ähnlich ruhig verlief der Nachmittag mit einer entspannten Bootstour durch die Mailänder Kanäle. Reiseleiter Frederico erläuterte dabei die Bedeutung der Kanäle vor allem für den Transport von Baumaterial wie Marmor. Am Sonntag besuchte die Gruppe dann das südöstlich gelegene Cremona, anders als zuvor allerdings per ÖPNV und Bahn. Frederica gab für diesen Tag die Führung an eine heimische Stadtführerin ab, die die Gruppe am Stradivari-Denkmal entlang zu einer Geigenwerkstatt führte. Der dortige Meister erläuterte den Bau der Streichinstrumente Schritt für Schritt auch anhand noch unbearbeiteter Holzstücke, die dennoch bereits unterschiedliche Klänge erzeugen konnten. Der Dom von Cremona mit seinen verschiedenen Stilrichtungen war eine Zwischenepisode, denn am Nachmittag ging es musikakisch weiter im Geigenmuseum.

cremona stradivariStradivari-Statue, Cremona

Die oben genannten malerischen Seen wurden dann Thema des Montags mit einem Ausflug an den Comer See, genauer natürlich nach Como. Altehrwürdige Villen und Hotels zeugen vom Wohlstand der Stadt, der auf dem Tourismus aufbaut. 2023 wurden etwa 400.000 Übernachtungsgäste in der Stadt mit gerade einmal gut 85.000 Einwohner gezählt. Im Dom zu Como gab es ein frühes Wiedersehen mit Deutschland, denn Marmordarstellungen hier gehen auf den Klassischen Archäologen Johann Joachim Winckelmann zurück, der in Italien lebte, arbeitete und schließlich ermordet wurde. Eine Fahrt nach Bellaggio mit Blick auf den See und der Rückweg über die Serpentinen zur Autobahn rundeten den Ausflug ab.

Nach einem Abschiedsessen mit Würdigungen für Frederico und die Organisatorin Ursila Bethke (Kreisvorsitzende) am Montag stand für Dienstag, den 27. Mai, der Rückflug nach Hamburg an. Bevor er allerdings in den Flieger ging, wurden noch letzte Eindrücke Oberitaliens am Lago Maggiore gesammelt. Im malerischen Stresa konnten die Besucher noch einmal die Seele baumeln lassen und la dolce vita genießen. Die Reise endete dann gegen 22 Uhr wieder am Hamburger Flughafen, kein Koffer ging verlustig und alle geparkten Autos standen noch dort, wo die Besitzer sie hatten stehen lassen.

boromeo 3501463 640Boromeo, Stresa stresa rollerDie Straßen von Stresa

Reise nach Mailand 2025

| Reisen und Ausflüge
Mailand, Hauptstadt der Lombardei und zweitgrößte Stadt Italiens,
 ist heute die führende Kultur-, Medien- und Modemetropole Italiens,
Universitätsstadt, Zentrum der italienischen Industrie und Finanzmetropole.
Mailand hat eine jahrhundertealte Kunst- und Kulturgeschichte,
die wir vor allem entdecken wollen.
Aber auch Ausflüge in die schöne Umgebung sind vorgesehen.

Liebe Reiselustige,

2025 wirft seine Schatten voraus und für alle, die ihre Urlaubsplanung noch nicht ganz abgeschlossen haben, haben wir etwas vorbereitet. Mit dem offiziellen Veranstalter Gebeco GmbH Co. KG und der Vermittlung durch PSW-Reisen, beide ansässig in Kiel, laden wir zu einer

Reise nach Mailand vom 20. bis 27. Mai 2025 ein.

Wir bitten um Anmeldung bis zum 20. Dezember 2024. Das Anmeldeformular kann hier heruntergeladen werden: KLICK. Bei mindestens 20 Teilnehmern und Teilnehmerinnen kann die Reise stattfinden, die Information erfolgt dann per Mail oder telefonisch. Gleichzeitig wid die Information über die Zahlungsmodalitäten erfolgen.

Hinsichtlich der EU-Vorgaben muss bei jeder Reise der Hinweis erfolgen, ob die Reise für "mobilitätseingeschränkte Personen" geeignet ist. Der Veranstalter, Gebeco, hält die Reise im Allgemeinen für mobilitätseingeschränkte Personen für nicht geeignet. Eine Klärung, welche körperlichen Voraussetzungen nötig sind, kann erfolgen.

 Kosten pro Person im Doppelzimmer  Kosten pro Person im Einzelzimmer

 2.251 €

Der Preis setzt sich zusammen aus dem Reisepreis (2.191 €) zuzüglich verschiedener Trinkgelder für Reiseleitung und Busfahrer z.B. (50 €) und  einer Verwaltungspauschale für die Europa-Union Rendsburg-Eckernförde.

 Der Zuschlag für das Einzelzimmer beträgt 390 €.

Wir bieten an, dass sich interessierte Teilnehmer und Teilnehmerinnen für ein halbes Doppelzimmer anmelden und sich ggf. mit einem weiteren Teilnehmer oder einer weiteren Teilnehmerin das Doppelzimmer teilen. Eine vorherige Absprache wird selbstverständlich zugesichert.

Eine Zahlung per Kreditkarte ist möglich!

Leistungen der Reise:

  • Linienflüge mit Eurowings ab Hamburg nach Mailand und zurück - jeweils Economy-Class (23 kg Freigepäck)
  • Zugfahrt zum Flughafen (2. Klasse)
  • Flughafen- und Sicherheitsgebühren, Luftverkehrssteuer
  • Flughafen-Transfers in Mailand am An- und Abreisetag
  • Unterbringung für den gesamten Zeitraum im Hotel 7 B&B Milano Ornato*** in Mailand (gelegen außerhalb des Stadtzentrums in einer ruhigen Wohngegend), alle Zimmer mit Bad/Dusche und WC, TV, Safe, WLAN in der Lobby verfügbar
  • 7x Frühstück im Hotel, 6x Abendessen im Restaurant (2 Gänge)
  • Komplettes Besichtigungsprogramm (siehe unten) inkl. Eintrittsfgeldern
  • Bootsfahrten
  • Einsatz von Audio-Geräten
  • Dauerhafte deutschsprachige qualifizierte Reiseleitung
  • Augewählte Reiseliteratur

Der Transfer zum Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel soll als Bustransfer mit Abfahrt in Altenholz organisiert werden (mit zusätzlicher Zusteigs- und Ausstiegsmöglichkeit am ZOB Kiel). Bei Interesse an diesem Transfer, mögen Interessierte dies bitte bei der Anmeldung abgeben. Hierbei können weitere Kosten entstehen.

Das Programm wurde per Post versendet. Es kann auch hier heruntergeladen werden: KLICK. Hier noch ein kurzer Überblick (Änderungen vorbehalten):

 Dienstag, 20.05.2025

Anreise

Abflug nach Mailand ab HH-Fuhlsbüttel um 18:05 Uhr, ANkunft in Mailand um 19:50 Uhr. Anschließend Transfer zum Hotel und Check-In.

 Mittwoch, 21.05.2025

Mailand

Stadtrundfahrt mit Rundgang. Mailänder Dom, Galleria Vittorio Emanuele II (berühmte Einkaufspassage a der Nordseite des Doms), Castello Sforzesco.

 Donnerstag, 22.05.2025

Mailand

Pinacoteca Ambrosiana, Kirche San Sepolcro mit Krypta. Teatro alla Scala nach einer Mittagsfreizeit mit Führung.

 Freitag, 23.05.2025

Mailand

Freizeit am Vormittag. Nachmittags Bootfahrt im Navigli-Viertel.

 Samstag, 24.05.2025

Cremona

Bahnfahrt nach Cremona, Besichtigung einer Geigenbauerwerkstatt und Besuch des Museo del Violino mit den wertvollsten Violinen der Welt.

 Sonntag, 25.05.2025

Bergamo

Busfahrt nach Bergamo. Besichtigung der Oberstadt, Stadtrundgang mit Freizeit.

 Montag, 26.05.2025

Comer See

Busfahrt zum Comer See und dortge Bootsfahrt nach Varenna. Später Rundgang in Lecco.

 Denstag, 27.05.2025

Lago Maggiore und Abreise

Check-Out und anschließende Fahrt zum Lago Maggiore. Abflug ab Mailand um 20:30 Uhr, Ankunft in Hamburg um 22:15 Uhr.

Europa-Union würdigt jüdisches Erbe in Rendsburg

| Reisen und Ausflüge

EURD Ausflug JüdMusRendsburg Teaser

Das Dr.-Bamberger-Haus in Rendsburg beherbergt ein Jüdisches Museum, dass sich nun in neuem Gewand präsentiert, es ist völlig neugestaltet, war es doch früher nur eine reine Künstlerwerkstatt. Die Europa-Union Rendsburg-Eckernförde besuchte mit einer Gruppe diese tätte am 13. August 2024. Damit konnte auch für die im Raum Rendsburg lebenden Mitglieder des Kreisverbandes ein Akzent gesetzt werden. Es reichte dann eine Anreise mit dem Fahrrad, während die Altenholzer per PKW kamen.

Die hiesige Europa-Union wurde nicht erst durch die beklemmende internationale Lage zu diesem Themenbezug jüdisches Leben hingeführt. Eine Reisegruppe des Kreisverbandes besucht im November 2021 den Raum Erfurt und Dessau, die in Erfurt erhaltenen jüdischen Stätten standen damals auf dem Besuchsprogramm. Mittlerweile sind diese Stätten in der Innenstadt im September 2023 zum UNESCO-Welterbe erhoben worden.

Jüdische Geschichte in Rendsburg

Rendsburg wiederum reiht sich ein in die Errichtung von sog. „Toleranzstädten“ im dänischen Gesamtstaat. Nach dem verheerenden Dreißigjährigen Krieg konnten Juden wie auch christliche Glaubensgruppen zu komfortablen Bedingungen nach Friedrichstadt, Glückstadt, Altona und eben nach Rendsburg ziehen. Die Landesherren der Herzogtümer Schleswig und Holstein – immer in Personalunion mit der dänischen Königswürde – erwarteten gewerbliche Impulse, innovative Schübe durch die Neusiedler. Die neuen jüdischen Siedler in Rendsburg konnten 1732 ihren ersten Synagogenbau (Vorgängerbau zum heutigen Haus) errichten. Sie durften auch einen jüdischen Friedhof in Westerrönfeld anlegen („Haus der Ewigkeit“), der erhalten und für Besucher zugänglich ist. Die jüdischen Zuzüglinge kamen aus verschiedenen Regionen Europas, die sog. Aschkenasim aus Zentraleuropa, die Sephardim von der lange muslimisch regierten Iberischen Halbinsel bzw. aus dem Osmanischen Reich. Die Sephardim konnten in Schleswig, Holstein und auch in Hamburg ihre alten Geschäftsbeziehungen zum Mittelmeerraum aktivieren.

Die Juden hatten in Rendsburg nicht volle Bürgerrechte, aber immerhin ein Bleiberecht, sie wurden im Vergleich zu ihren Herkunftsorten nicht mehr bedrängt. Im Jahre 1844 gab es 292 Juden in Rendsburg, 1934 nur noch 30. Allerdings ist der Rückgang nicht nur auf die NS-Gewaltherrschaft, sondern früher auf den Weiterzug in größere Städte zurückzuführen, im Rahmen der Judenemanzipation. Die schrittweise Gleichberechtigung (Emanzipation) wurde abgeschlossen in den Herzogtümern Schleswig 1854 und in Holstein 1864. Dies erläuterte eine kompetente Museumsführerin der Gruppe im Einzelnen. Die Benennung des heutigen Museums nach einem anerkannten Arzt Dr. Bamberger weist schon auf die NS-Zeit. Dr. Bamberger war zwar schon durch Übertritt Protestant geworden, aber er erwartete – weiterhin als Jude eingruppiert – eine Deportation. Er beging deshalb 1941 Selbstmord.

Das Dr.-Bamberger-Haus

Die weiteren Erläuterungen fanden draußen vor dem Eingang zum Betsaal statt. An einer Ziegelwand waren die Namen und persönliche Daten von Juden aus Rendsburg vermerkt, ergänzt durch den prominenten Ignaz Bubis aus Frankfurt. Die Verleihung vollwertiger Bürgerrechte an Juden geschah im Rahmen der Französischen Revolution im Jahre 1791, wurde unterschiedlich dann in anderen europäischen Staaten umgesetzt. Nach der deutschen Reichsgründung 1871 geschah dies dann in der gesamtstaatlichen Verfassung. Die Museumsführerin wies darauf hin, dass im Judentum selbst eine heftige Diskussion darüber geführt wurde, inwieweit die Juden sich gesellschaftlich einbeziehen lassen wollten. Dann gab es noch verschiedene Biografien von deutsch sozialisierten Juden und Flüchtlingen aus Polen (damals überwiegend zum Zarenreich gehörig) durch Pogrome in der Heimat.

Das Unheil kam aber nach der NS-Machtergreifung auf alle Juden in Deutschland und während des Krieges anderswo in Europa zu, es sei denn, eine Ausreise gelang bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges. Dies konnte immerhin für etliche Kindertransporte in Nachbarstaaten wie Niederlande, aber auch wie Großbritannien, die USA realisiert werden. Die Eltern waren dann der Deportation und einem wahrscheinlichen Mord ausgeliefert. Abschiedsszenen auf dem Bahnhof bei Ausreisen sind den erhaltenen Fotos im Museum zu entnehmen. Gleiches gilt für Szenen des jüdischen Alltagslebens und des Sportlebens.

Der ehemalige Betsaal, heute fast leer, konnte nur anhand von historischen Großbildfotografien sichtbar gemacht werden: Darstellung der Thora und der Gebetsabläufe im damaligen Synagogensaal. Die Frauen nahmen von der Empore aus (heue Museumsobergeschoss) am Gottesdienst teil. Im Keller befindet sich das jüdische Bad – Mikwe. Es wurde erläutert, wann ein Mensch jüdischen Glaubens ohne Bekleidung ein Vollbad (mit Untertauchen) nehmen musste. Auch wurden Gegenstände wie Geschirr durch Eintauchen gereinigt (wie in bestimmten Fällen benutztes Geschirr). Die Gruppe konnte die Bedeutung des koscheren Essens erfahren. Ein Tisch war wie am Schabbat gedeckt. Videos und umfassende Textblöcke an den Wänden machten Gegenstände und Alltagssituationen, feierliche Begebenheiten erfahrbar. Es gab Hörbeispiele über Kopfhörer, wie den Gebetsruf zum Yom-Kippur Fest und der Hornklang zum Rosch ha-Shana war zu vernehmen.

EURD Ausflug JüdMusRendsburg Mikwe

In einem Nebengebäude wurde der jüdische Beitrag zum gesellschaftlichen Disput, im Anfangsstadium: zur demokratischen Debatte, deutlich. Berliner Salons, durch Jüdinnen geleitet, waren offen für alle Schichten. Besonders bekannt und niveauvoll leiteten Rahel Levin und Henriette Herz ihre Berliner Salons. Ein Zitat des Dichters Jean Paul aus einem Brief aus dem Jahre 1801 machte mit Hochachtung deutlich, wie alle Bevölkerungsgruppen, vom Adel bis zum Bürgertum, Christen und Juden, einbezogen wurden. Aber die gesellschaftliche Akzeptanz von Juden im öffentlichen Leben war immer von Brüchen, antisemitischen Tendenzen bedroht.

Der Abschluss des Ausflugs

EURD Ausflug JüdMusRendsburg Christkirche

Die Gruppe der Europa-Union fand sich gesellig zum Mittagessen zusammen und tauschte beim italienischen Essen in einem Gewölbekeller Eindrücke aus. Das Programm schloss ab mit einer Besichtigung mit Erläuterungen in der nahen Christkirche. Sie ist sehr großräumig, weil in der Aufbauzeit auch große Garnisonen berücksichtigt werden mussten. Das Militär wurde zum Gottesdienst beordert. Parallel zur Entstehung der Rendsburger „Toleranzstadt“ wurde die Baugeschichte anhand der Kirche durch einen engagierten Kirchenerklärer veranschaulicht.

Während der Erläuterungen in der alten Synagoge wurde schon deutlich, dass es bei der jüdischen Gemeinde in Kiel Unterschiede gibt. Nach eigener Benennung gibt es eine liberale Gemeinde (mit deutscher Tradition) und eine orthodoxe Gemeinde, vornehmlich mit Menschen aus der ehemaligen UdSSR. Etliche leitende Personen gerade der zuletzt genannten Gemeinde waren bei Videos oder durch Textbeiträge im Museum präsent und haben bei der konzeptionellen Gestaltung geholfen.