Der Europatag am 9. Mai ist jedes Jahr für alle proeuropäischen Organisationen etwas Besonderes. Die Europa-Union Rendsburg-Eckernförde e.V. bildet dabei keine Ausnahme. Nachdem es in den vergangenen Jahren leider nicht geklappt hatte, konnten wir für das Jahr 2025 aber unsere Baumpflanzaktion wiederholen. Die Gemeinde Kronshagen ist damit um einen wunderschönen Apfelbaum der Sorte Grevensteiner reicher. Die Vorbreitungen wurden von Seiten der Gemeinde erledigt, sodass am Europatag alles für die feierlichen letzten Schritte bereit war.

Neben dem Spielplatz Vogteiweg und in unmittelbarer Nähe zum Bürgerwald fand der junge Baum ein neues Zuhause. Für diesen Akt fanden sich neben Vertretern der Europa-Union und der Gemeinde auch einige Gäste ein. Gleich zu Beginn eröffnete die Vorsitzende des Kreisverbandes, Ursula Bethke, mit wenigen Worten die Veranstaltung. Für die Gemeinde Kronshagen waren die Bürgermeisterin Nora von Massow und der Bürgervorsteher Bernd Carstensen anwesend. Auch vor ihnen gab es freundliche Worte zur Begrüßung.
Die Worte allerdings sollten nicht im Zentrum stehen, denn schließlich musste der Baum sein neues Zuhause auch korrekt beziehen und so fanden sich zahlreiche Hände, die mit Schaufeln und Spaten dafür sorgten, dass der Baum dereinst feste Wurzeln wird bilden können. Wurzeln, die so fest und stark sind, wie das Vertrauen in den europäischen Gedanken.


Am 29. Närz 2025 beging der Kreisverband Rendsburg-Eckernförde der Europa-Union seine Mitgliederversammlung. Veranstaltungsort war, wie üblich, das Gemeindezentrum im wunderschönen Altenholz. Bevor es allerdings an die Themen der Tagesordnung ging, gab es für alle Mitglieder und Interessierten einen einleitenden Vortrag von Herrn Prof. Dr. Henning Klodt mit dem Titel "Quo vadis - EU?". Prof. Klodt wurde 1984 mit seiner Doktorarbeit mit dem Titel "Produktivitätsschwächen in der deutschen Wirtschaft" promoviert und war bis 2017 Direktor am Kieler Institut für Weltwirtschaft. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählt dabei auch die europäische Integration.
Prof. Klodt spann in seinem Vortrag den Bogen von den Zustimmungsraten zur Europäischen Union, die auch in Deutschland ungebrochen hoch liegt, hin zu den inneren Strukturen der EU und der Entwicklung bis zum heutigen Punkt, um letztlich auf Probleme und Konfliktfelder einzugehen. Naheliegend und deswegen Kern des Vortrags waren dabei die Themen Migration und Integration, aber ganz besonders die globale Wirtschaft. In Hinblick auf die (zu dem Zeitpunkt noch halbwegs wagen) Pläne des US-Präsidenten bezüglich Zöllen im internationalen Handel verwies Prof. Klodt auf die Tatsache, dass Protektionismus nicht in der Lage ist, alte Industriearbeitsplätze neu zu erschaffen - eher das Gegenteil werde eintreten. Dass aber auch die Europäische Union "im Glashaus" sitze bei der Anwendung von Zöllen, führte zum Vorschlag einer Reaktivierung des TTIP-Handelsabkommens in einer entschäften Version: "TTIP light".
Zur geopolitischen Lage nahm der Referent ebenfalls Stellung. Auf Basis einer ökonomischen Theorie der Allianzen stellte er die offene Frage, wer möglicherweise die Rolle der USA übernehmen könnte, wenn es immer einen "Hegemon" gebe. Angefangen mit der pax romana des Römischen Reiches, ünber die pax britannica des Britischen Empire bis zur pax americana, die die USA als Hegemon gesehen hatte, profitierte immer diese eine Macht auch wirtschaftlich. Schotten sich die USA also vom Welthandel durch Zölle ab, entsteht ein Vakuum. Eines, in das auch die EU dringen könnte, wenn die existierenden Grundlagen entsprechend genutzt werden.
Wir bedanken uns ans dieser Stelle noch einmal recht herzlich bei Prof. Henning Klodt für diesen wunderbaren Vortrag und die wirtschaftspolitischen Einblicke, die er liefern konnte. Die Zukunft wird zeigen, aber die Annahmen und Empfehlungen zu- und eintreffen.

Im Anschluss an den Vortrag ermöglichte eine Mittagspause den Austausch unter Mitgliedern, Interessenten und dem Referenten, bevor es zur eigentlichen Veranstaltung, der Mitgliederversammlung, überging. Neben einem Moment des Gedenkens an die seit der letzten Mitgliederversammlung verstorbenen Mitglieder, war vor allem der Antrag über die durch Beschluss auf Landesebene notwendig gewordene Erhöhung des Mitgliedsbeitrags ein zentraler Punkt. Dank der transparenten und nachvollziehbaren Information im Vorfeld konnte dieser Antrag angenommen werden.
Das und der Bericht über den Haushalt des Kreisverbandes zeigen, dass wir auf einem stabilen und zukunftsgerichteten Weg sind. Und dieser hält noch viele spannende Aktionen auch in diesem Jahr bereit. Wir werden dafür zu gegebener Zeit informieren und danken für die Teilnahme an der Mitgliederversammlung und die fortwährende Unterstützung.
