Unser Ausflug zum Seegerichtshof und nach Hamburg-Vierlande
Aktuelle Ereignisse werfen immer ihre Schatten voraus, so auch in diesem Fall. Die Blockade der Straße von Hormuz verlangt geradezu einen kritischen Blick auf seerechtliche Gegebenheiten, denn der Krieg setzt nicht automatisch die vorhandenen Rechtsordnungen außer Kraft. Die Europa-Union Rendsburg-Eckernförde näherte sich diesem Thema mit einem Tagesausflug zum Internationalen Seegerichtshof (ISGH) in Hamburg am 20.05.2026.
Zunächst aber einige Worte zur Historie: Der Standort Hamburg wurde während der dritten Seerechtskonferenz der Vereinten Nationen ausgewählt. Das auf der Konferenz verabschiedete Abkommen trat am 16. November 1994 in Kraft, in Hamburg wurde dann der ISGH (auch: ITLOS (International Tribunal for the Law of the Sea) bzw. TIDM (Tribunal international du droit de la mer)) am 1. Oktober 1996 offiziell gegründet. Zunächst bezog man angemietete Räumlichkeiten, im Jahr 2000 erfolgte dann der Umzug in den Neubau an der Elbchaussee.

Die Reisegruppe der Europa-Union wurde von der Pressesprecherin des ISGH, Julia Ritter, im Empfang genommen und durch die Räumlichkeiten und Verfahrensmodalitäten des Hauses geführt. Der Schwerpunkt der Führung lag auf der Struktur des Gerichtshofs und dem Verfahren, nach dem die Richter ernannt werden. Frau Ritter fand aber auch Zeit für die vielen interessierten Fragen der Gruppe, etwa nach dem Sitzungsablauf der weltweit verstreuten Richterinnen und Richter oder nach der Art und Anzahl der verhandelten Fälle. Mehrfach kam dabei auch die Sprache auf die notwendige Kooperation mit dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag.

Der Internationale Seegerichtshof war aber nur ein Teil des Tagesprogramms für die Reisegruppe, denn nach einem gemeinsamen Mittagessen samt intensiver Diskussion folgte noch eine Rundfahrt durch die Vier- und Marschlande. Das landwirtschaftlich geprägte Gebiet im Hamburger Südosten, genauer in Hamburg-Bergedorf besticht nicht nur durch seine Andersartigkeit angesichts der Lage in Hamburg, sondern auch durch seine historische Bedeutung für die mittelalterliche Stadt. Die Gruppe wurde hier von einer Touristenführerin über Anbauvarianten und die Regulierungen von Ebbe und Flut informiert.
Ein Abschluss mit Kaffee und Kuchen beendete schließlich einen intensiven, aber auch unfassbar informativen Tag. Die Vorfreude auf weitere Tagesreisen war vielen Teilnehmenden anzumerken.
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