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Ciao bella Milano!

Norditalien stand im Mittelpunkt einer Flugreise der Europa-Union Rendsburg-Eckernförde e.V. vom 20. bis 27. Mai 2025. Viele Mitglieder und Freunde der Europa-Union samelten sich für den Abflug in Hamburg-Fuhlsbüttel. Das Ziel: Mailand und Umgebung. Die Region mit ihren malerischen Seen ist ein Zentrum der Bezüge zu Europa. Die Entstehung des modernen Geld- und Kreditwesens, herausragende Kommunen und Universitäten sind hier ebenso zu Hause wie zahlreiche Zeugnisse des Humanismus und der Renaissance.

Der Reiseleiter aus Paderborn, auf eigenen Wunsch einfach Frederico genannt, war vom Fach und konnte durch seine Studien der katholischen Theologie und der Kunstgeschichte viele Einzelheiten berichten. Das wurde bereits vereinzelt beim Kennenlern-Abendessen im Ristorante "Il gatto e la volpe" ("Die Katze und der Fuchs") deutlich. Die Stadterkundung am nächsten Tag sorgte dann für eine weitere Einstimmung auf Land und Kultur. Die Tour wurde zunächst per Bus, ab dem Castello Sforzesco dann zu Fuß durchgeführt. Der Bau dieses Schlosses beginnt mit Galeazzo II. Visconti im 14. Jahrhundert. Die Visconti führen ihre Abstammung auf die Langobarden zurück, einen Volksstamm dem nachgesagt wird, aus dem Bereich der Unterelbe zu stammen, und der für die Völkerwandungszeit eine entscheidende Rolle spielt.

italy 5055263 1280Castello Sforzesco, Mailand

Nach einigen einzelnen Streifzügen durch die Stadt war das nächste Ziel dann der berühmte Mailänder Dom. Das eigentlich im gotischen Stil begonnene Bauwerk zeigt durch seine lange Bauzeit von mehreren Jahrhunderten Elemente verschiedener Stile. Initiiert wurde der Bau 1386 durch den Stadtherrn Gian Galeazzo Visconti, den Sohn des oben genannten Familienvertreters. Der Vierungsturm konnte erst 1500 nach Problemen mit der Statik errichtet werden, die Fassade wurde schließlich 1813 im Auftrag Napoleons vollendet. Ähnlich lange dauerte es im Innenraum, wo der Fußboden in der heutigen Form 1585 begonnen und erst im 20. Jahrhundert vollendet wurde. Den Abschluss der Besichtigung bildete eine Fahrstuhlfahrt auf das Dach des Doms, um den Ausblick über die Mailänder Innenstadt zu genießen.

duomo 6808817 1280Mailänder Dom gruppe mailand domGruppenfoto auf dem Dach des Doms in Bergamo

 Am Folgetag, Donnerstag, den 22. Mai, verlie die Reisegruppe Mailand für einen Besuch im nahen Bergamo (ca. 60 Kilometer entfernt). Das Wetter spielte leider nicht mit und die Gruppe betrat bei strömendem Regen den dortigen Dom. Diese eindrucksvolle Kathedrale wurde auf vorromanischen Grundmauern errichtet, Mitte des 15. Jahrhunderts begonnen und 1693 abgeschlossen. Elf jahre später wurde der Mai neu geweiht durch die Überführung der zwischenzeitlich ausgelagerten Gebeine des Heiligen Alexander von Bergamo. Am Nachmittag zog es die Gruppe zurück in das fast direkt an Mailand angrenzende Monza, das zwar eher für Autorennen bekannt ist, aber ebenfalls einen beeindruckenden Dom zu besichtigen hat. Auch dieser geht, zumindest bezüglich des Umbaus, auf die Visconti zurück. Den Ursprung bildet allerdings eine im frühen 7. Jahrhundert erbaute Basilika, was den Dom zu einer der ältesten Kirchen in der Lombardei macht.

Der Freitag stand ganz im Zeichen des ÖPNV von Mailand, um einen Ausflug in die Pinacoteca Ambrosiana, ein nach Ambrosius von Mailand benanntes Kunstmuseum. Die Sammlung bietet in 24 Sälen Kunst aus dem 14. bis zum 20. Jahrhundert, darunter Werke der großen Künster der Renaissance und des Barock (Raffael, da Vinci, Michelangelo, Caravaggio und mehr). Am Nachmittag lauschten die Teilnehmer der Reise einer Probe an der Mailänder Scala, einem der bedeutendsten Opernhäser der Welt. Dieses wurde nach einem Brand im 18. Jahrhundert durch die österreichische regierende Erzherzogin Maria Theresia neu errichtet, der Wiederaufbau nach Zerstörungen im 2. Weltkrieg wurde in Rekordzeit abgeschlossen. Die Wiedereröffnung wurde bereits im Mai 1946 gefeiert.

teatro alla scala 3620153 640Teatro alla scala, Mailand

Der Samstagvormittag war zur freien Verfügung gestellt worden, einzelne Gruppen besuchten unter anderem das Nationalmuseum Leonardo da Vinci, in dem neben einem separaten Bereich für den Namensgeber auch die Technikgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts ausgestellt wird. Ähnlich ruhig verlief der Nachmittag mit einer entspannten Bootstour durch die Mailänder Kanäle. Reiseleiter Frederico erläuterte dabei die Bedeutung der Kanäle vor allem für den Transport von Baumaterial wie Marmor. Am Sonntag besuchte die Gruppe dann das südöstlich gelegene Cremona, anders als zuvor allerdings per ÖPNV und Bahn. Frederica gab für diesen Tag die Führung an eine heimische Stadtführerin ab, die die Gruppe am Stradivari-Denkmal entlang zu einer Geigenwerkstatt führte. Der dortige Meister erläuterte den Bau der Streichinstrumente Schritt für Schritt auch anhand noch unbearbeiteter Holzstücke, die dennoch bereits unterschiedliche Klänge erzeugen konnten. Der Dom von Cremona mit seinen verschiedenen Stilrichtungen war eine Zwischenepisode, denn am Nachmittag ging es musikakisch weiter im Geigenmuseum.

cremona stradivariStradivari-Statue, Cremona

Die oben genannten malerischen Seen wurden dann Thema des Montags mit einem Ausflug an den Comer See, genauer natürlich nach Como. Altehrwürdige Villen und Hotels zeugen vom Wohlstand der Stadt, der auf dem Tourismus aufbaut. 2023 wurden etwa 400.000 Übernachtungsgäste in der Stadt mit gerade einmal gut 85.000 Einwohner gezählt. Im Dom zu Como gab es ein frühes Wiedersehen mit Deutschland, denn Marmordarstellungen hier gehen auf den Klassischen Archäologen Johann Joachim Winckelmann zurück, der in Italien lebte, arbeitete und schließlich ermordet wurde. Eine Fahrt nach Bellaggio mit Blick auf den See und der Rückweg über die Serpentinen zur Autobahn rundeten den Ausflug ab.

Nach einem Abschiedsessen mit Würdigungen für Frederico und die Organisatorin Ursila Bethke (Kreisvorsitzende) am Montag stand für Dienstag, den 27. Mai, der Rückflug nach Hamburg an. Bevor er allerdings in den Flieger ging, wurden noch letzte Eindrücke Oberitaliens am Lago Maggiore gesammelt. Im malerischen Stresa konnten die Besucher noch einmal die Seele baumeln lassen und la dolce vita genießen. Die Reise endete dann gegen 22 Uhr wieder am Hamburger Flughafen, kein Koffer ging verlustig und alle geparkten Autos standen noch dort, wo die Besitzer sie hatten stehen lassen.

boromeo 3501463 640Boromeo, Stresa stresa rollerDie Straßen von Stresa

Reise, Mailand

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